Kasematten Rastatt (2017)DE

PU Rastatt Kasematten 25.03.2017

Das Ghosthunter Explorer-Team war der freundlichen Einladung der Spirit Hunters Germany gefolgt und traf am Samstagnachmittag in Rastatt ein. Die einstige Bundesfestung Rastatt umfasste ursprünglich auf insgesamt 9 km Länge sternförmig die Stadt. Nach der Schleifung, die bis in die Neuzeit andauerte, verbleiben nunmehr nur noch wenige Reste. Zu den umfänglichsten zählen die Kasematten der ehemaligen Leopoldsfeste. Oberirdisch sind kaum noch Reste auszumachen. Ein unscheinbarer Eingang in einem Park, Belüftungspilze, ein Graben sowie ein sehr schlecht erhaltener Teil einer Bastion sind alles, was heute noch von diesem Teil der Festung übriggeblieben ist.

Herr Schweizer vom Historischen Verein Rastatt e.V. führte das Team über das Areal und beeindruckte mit seinem umfangreichen Fachwissen sowie zahlreichen Anekdoten über den Festungsalltag. Tatsächlich war die 1842 erbaute und schon 1849 praktisch in ihrer ursprünglichen Funktion aufgelassene Festung nie als solche zum Einsatz gekommen. Sie diente in den Jahren nach ihrer Fertigstellung zunächst in Teilen als Gefängnis und erfährt heute in den übergekommenen und restaurierten Gebäuden eine Nutzung als Wohnhäuser oder Museum bzw. archäologisches Archiv.

Die Leopoldsfeste gehörte zu eben jenem Teil, der als Gefängnis genutzt wurde. Die Haftbedingungen waren denkbar schlimm; Überlieferungen besagen, dass die Häftlinge so zahlreich waren, dass sie sich nicht einmal zum Schlafen hinlegen konnten. Es herrschten Hunger und Durst, von sanitären Einschränkungen ganz zu schweigen. Von einstmals 4000 Gefangenen waren kurze Zeit später nur noch 1500 übrig.

Die neuzeitliche Treppe geleitet heute die Besucher hinunter in die Kasematten. In einem ehemaligen Kommandantenraum erläuterte Herr Schweizer dann die weiteren Details der Geschichte der Festung. Anschließend begaben sich das Ghosthunter Explorer-Team und ihre Gäste Erik Wulfsson und John Rotter zur Stärkung in den nahegelegenen Hopfenschlingel (falls mal jemand in der Nähe ist: sehr empfehlenswert!).

Im Anschluss an Speis und Trank erfolgte dann der obligatorische Aufbau. Der Freude über hervorragende Qualität bei den DVR-Bildern folgte eine schnelle Ernüchterung, als sich herausstellte, dass die Stromschaltung es nicht überall ermöglichte abzudunkeln bei gleichzeitigem Stromfluss. Somit verblieben die Einzel DVR-Cam in einem Raum, der heute ein Festungsmodell beherbergt, das Sandpendel und die Dash-Cam in einem Flurbereich, der in Richtung eines privaten Teils der Keller führte sowie der zweite Movetest im hinteren Gefängnisbereich, der sich später als der aktivere Teil herausstellte.

Noch während der Führung kam es zu ersten Vorfällen. Peps berichtete, dass sie das Gefühl habe, dass „etwas durch mich hindurchgeht“ und sie wurde außerdem an der Wange berührt. Dem Gastermittler des Teams, John Rotter, fiel ein Schatten auf, der sich im Kasemattenbereich Richtung Privatteil von der einen Seite zur anderen bewegte. Sonja wurde im Bereich des heutigen Zugangs mehrfach am Ellbogen gezupft.

Als problematisch stellte sich im weiteren Verlauf die Akustik heraus, die sich als äußerst hellhörig entpuppte. Obwohl mehrere hundert Meter voneinander entfernt, konnte man das jeweils andere Team sprechen hören. Die Nachvollziehung des Ursprungs (nachweislich realer) Geräusche war aufgrund dieser Akustiksituation schon sehr schwierig – umso problematischer also die Auswertung und Abgrenzung eventuell paranormaler Vorkommnisse.

Das Ghosthunter Explorer-Team begab sich zunächst in den Gefängnisteil. Es kam dort relativ schnell zu einem von allen Teammitgliedern wahrgenommenen Energieaufbau, der sich unmittelbar nach der Wahrnehmung auch mit dem Parascope messen ließ.

Richtung der ehemaligen Latrinen zeigte das Parascope kurz darauf nochmals Aktivität an. Micha und Sonja spürten zudem als sie den Gang in Richtung des einstigen Ausgangs betraten eine sehr starke Energie, die sich dann aber verflüchtigte.

Im gegenüberliegenden Teil hingegen blieb es ruhig, sodass dann entschieden wurde, noch eine Gemeinschafts-Session zu machen; wiederum im Gefängnisbereich, der sich bei beiden Teams als der Aktivere gezeigt hatte. Hier kam es erneut zu einer Kommunikation zwischen dem Parascope der Spirithunters und einem Anwesenden, der sich als „Georg Friedrich“ zu erkennen gab. Das gleichzeitig vor Ort befindliche Parascope des G.E.T. zeigte aber leider keine Reaktion.

Aufgrund der Feuchtigkeit und Kälte, die bereits zuvor bei einigen elektrischen Geräten ihren Tribut gefordert hatten, wurde die PU schließlich gegen halb 2 beendet. Dank der Zeitumstellung war die Nacht aber dann noch kürzer als sonst…

Vorläufiges Fazit: Die Gegebenheiten vor Ort machten eine PU sehr schwierig. Sowohl im Innern der Kasematten als auch in der Geräuscheinwirkung von Außen war es schwer, diese Geräuschkulisse entsprechend zuzuordnen. Durch die Zuschüttung der Schießscharten etc. waren der Hall und die damit verbundene Hellhörigkeit extrem.

Eine kleine Anekdote am Rande: Beim Abbau fiel mitten in einem der langen Gänge plötzlich eine Kartoffel auf, die ganz am Mauerrand auf dem Boden lag. Sie war einwandfrei erhalten, quasi wie gerade erst aus dem Acker gepflückt. Natürlich ist die offensichtliche Frage, wie die Erdfrucht dorthin gekommen ist – schwer vorstellbar, dass jemand bei einer Führung mit einem Sack Kartoffeln durch die Kasematten gegangen ist.

Ergebnisse:

–          Fotos mit „Orbs“ (Vorstellung als Diskussion)

–          Bilder mit Anomalien (siehe Videodokumentation)

–          EVP: Geräusch wie ein Klopfen o.ä., evtl. vergleichbar mit dem Geräusch, das entsteht, wenn jemand die Hacken zusammenschlägt (beim salutieren)

–          zwei undefinierbare Aufzeichnungen, die erneut zur Diskussion gestellt werden

Auch wenn die Ergebnisse sich in Grenzen halten:

Es war eine sehr interessante und harmonische PU. Das Ghosthunter Explorer-Team dankt den Spirit Hunters Germany für die Einladung und für die hervorragende Zusammenarbeit. Unser Dank geht auch an Erik Wulfsson, dessen Anwesenheit und Mitarbeit wie immer eine echte Bereicherung war und an John Rotter, der seinen Einstieg in die Welt des Paranormalen sehr gut gemeistert hat. Wir freuen uns in allen Fällen auf weitere spannende gemeinsame Projekte.