Schloss Greillenstein (Austria)

Schloss Greillenstein (19.05.2016)

Das Schloss, eines der bekanntesten Spukschlösser Österreichs, entstand aus einer Wehrburg des 14. Jahrhunderts. 1570 bis 1590 verwirklichte Hans Georg III. Kuefstein seine Vorstellungen von einem Repräsentations- und Amtsgebäude, denn als Wohnsitz war Greillenstein ursprünglich nicht geplant. Erst 1720 entstand die heutige Symbiose aus Renaissanceschloss und barocker Gartenarchitektur. Alle Kriegswirren der vergangenen Jahrhunderte konnten Greillenstein nichts Wesentliches anhaben und das Schloss präsentiert sich heute geradezu so, als wäre in vielen Räumen einfach die Zeit stehen geblieben.

Die vielen Sagen und Mythen, die sich um das Gebäude ranken betreffen die mysteriöse Ahnfrau, die seit vielen Jahrzehnten ihre schützende Hand über die Familie Kuefstein halten soll. Zudem zeichnen sich auf einer dem Schloss benachbarten Wiese bis heute die Spuren eines Ochsenwagen ab, der einen von der im Schloss ansässigen hohen Gerichtsbarkeit zum Tode Verurteilten zu seinem Sterbeort transportiert haben soll.

 

Dunkler gefärbtes Gras: Die „Henkersspur“

Das Ghosthunter Explorer Team führte die Untersuchung gemeinsam mit Paranormal Wien durch. Gegen 17:00 Uhr trafen sich beide Teams vor dem eindrucksvollen Schlossportal und wurden dann von der Gräfin Kuefstein herzlich begrüßt. Bei der folgenden Führung durch das Schloss durften sich beide Teams davon überzeugen, dass es sich hier um eine sehr außergewöhnliche Location handelt: Neben dem Türkensaal, der Ahnengalerie oder der Kapelle beeindruckten besonders der im Original erhaltene Gerichtssaal und die Registratur sowie die weitläufigen Kellergewölbe.

Nach Absprache wurde entschieden, die Ahnengalerie und die daran anschließenden Salons bzw. Räume, den Gerichtssaal, die Kapelle und den Türkensaal besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Im Einzelnen bedeutete dies:

Ahnensaal:   Substanzen-Movetest / DVR-Überwachung

 

 Kapelle: Spiele-Movetest am Eingangsbereich zur Kapelle / DVR-Überwachung

Gerichtssaal:DVR-Überwachung

Türkensaal:Pendel

Schon beim Aufbau des DVR-Systems in der Ahnengalerie kam es seitens Micha zu einer ersten Schattensichtung; Micha fühlte hinter sich etwas, das sich anfühlte, als stände es direkt hinter ihm. Steffi und Peps klagten zudem unmittelbar nach Betreten des Schlosses über Kopfschmerzen, die sich erst wieder besserten, nachdem sie das Objekt verlassen hatten.

Während Paranormal Wien sich zunächst der Kellergewölbe annahm, begann das G.E.T. die Untersuchung in der Alten und Neuen Bibliothek. Bei Peps und Steffi, die sich in der Alten Bibliothek befanden, kam es dabei zu einem schabenden Geräusch, das auch im weiteren Verlauf unerklärlich blieb. Es gab keine weiteren Auffälligkeiten, wenn einmal davon abgesehen wird, dass die Stimmung grundsätzlich sehr aggressiv innerhalb der Schlossmauern war.

Im Türkensaal waren beide Teams vollzählig anwesend. Es kam zu nicht verifizierbaren Geräuschen, einer intensiv wahrnehmbaren Präsenz am Eingang und es wurde eine weibliche Stimme gehört. Micha empfand starkes Kribbeln und Gänsehaut. Immer wieder ertönte auf Nachfrage ein Klopfen (Video), das diffus blieb. Sisi berichtete von einer Berührung auf ihrer Hand.

In der Ahnengalerie befindet sich der ursprünglich rote Saal, der heute allerdings aufgrund einer blauen Tapete in dieser Hinsicht nicht an das Original erinnert. Dort hatte Steffi bei ihrer Frage, wie eine bestimmte weibliche Person gestorben sei, Schmerzen im Nacken. Ein K2 wies einen Ausschlag von 15 mg aus.

An dieser Stelle sei ein etwas ausführlicherer Schlenker erlaubt. Bereits Stunden vor der Untersuchung hatte Steffi das Bedürfnis, zu einer ihr bis dahin gänzlich unbekannten Person Details zu Papier zu bringen: Sie sah vor ihrem geistigen Auge das Bild einer Frau mit zwei nach hinten gebundenen Zöpfen, das Resthaar zu einem Dutt geformt. Sie beschrieb ein bestimmtes Merkmal im Gesicht dieser Person, einem Muttermal ähnlich. Auch konnte sie Details zur Haarfarbe nennen und nahm wahr, dass die Unbekannte über einen Silberblick verfügte.

Im Schloss nun stellte sich – auch zum Erstaunen der Gräfin Kuefstein – heraus, dass es sich bei der beschriebenen Person um eine gewisse Maria Magda von Kuefstein geb. Krueger handelte. Auf den zahlreichen Porträts im Schloss waren insbesondere eine auffällige Vernarbung unter dem Auge sowie ihr Silberblick hervorstechend. Letztlich war es abschließend leider nicht möglich, ihre Identität und Geschichte vollständig zu klären. Fakt scheint zu sein, dass Maria Magda zu einer Zeit schwer erkrankte und an den Rollstuhl gefesselt war.

In dem an die Ahnengalerie anschließenden Korridor kam es außerdem zu einem deutlichen Temperaturabfall, der allerdings messtechnisch nicht festgehalten werden konnte. Sonja fühlte eine Hand im Rücken und alle nahmen eine starke Präsenz wahr. Peps spürte zudem einen kalten Hauch in ihrem Nacken. Sie hatte außerdem plötzlich das Gefühl, als befände sich eine Person in der Ahnengalerie selbst. Eine Überprüfung konnte dies aber nicht bestätigen.

Nach der Pause begaben sich Peps, Sisi, Steffi und Sonja in den Badbereich des Schlosses. Hier nahmen Peps und Steffi eine starke Präsenz wahr; Bewegungslichtmelder und ein konstantes Flackerlicht machten eine Untersuchung aber unmöglich.

Zeitgleich befanden sich Micha und Michael und Helmut von Paranormal Wien im Türkensaal und nahmen ein Geräusch, ähnlich einem Pusten, wahr. Eine vermeintliche Reaktion des Pendels entpuppte sich aber im Nachhinein bei der Überprüfung als Fehlmeldung.

In der sog. Ahnfraugrotte hatte Sisi von Paranormal Wien kurz das Gefühl, das sich hinter ihr jemand befände. Genau in dem Moment, als das Gefühl auftrat schaute auch Steffi zu ihr herüber. Es kam zu keinen weiteren Auffälligkeiten in diesem Bereich des Schlosses.

Anschließend war im Gerichtssaal, als erneut nur die weiblichen Teammitglieder anwesend waren, augenblicklich eine Präsenz spürbar. Es kam zu Geräuschen, die aus der Richtung des Richterpults stammten. Insbesondere bei Nachfragen schien sich die Präsenz zu verstärken. Sonja hatte das Gefühl, als würde sie Glocken läuten hören. Die Lichtverhältnisse im Saal schienen sich dauernd zu ändern.

Auf dem Weg in die Bibliothek verspürte Peps eine Hand auf ihrem Hinterteil. Sonja berichtete von einem Druck auf den Schultergürtel. Als sie nach einer möglichen Urteilsverkündung fragte, änderten sich erneut die Lichtverhältnisse.

Steffi befand sich an Maria Magdas Rollstuhl und fragte nach, warum sich Maria Magda gerade ihr so deutlich gezeigt habe. Dies löste einen erneuen Energieaufbau aus. Ein Nachfragen wurde durch Team 2 unterbrochen, das in diesem Augenblick in die Bibliothek kam.  

Beim Abbau schließlich, der gegen zwei Uhr morgens stattfand, hörte Steffi direkt hinter sich eine weibliche Stimme. Unmittelbar danach erschien in dem Türrahmen zwischen Gericht und Kapelle eine weibliche Person, ca. 1,60 m groß. Bedauerlicherweise lief keine Kamera mehr.

Grundsätzlich war außerdem feststellbar, dass sich die aggressive Stimmung stets merklich besserte, wenn die weiblichen Mitglieder der Teams alleine waren.

Die Ergebnisse im Überblick:

Bibliothek:

-          Schatten auf DVR Cam, der sich nicht erklären lässt, da alle Personen mit Ausnahme von Sonja die in der Ecke hockte in einem anderen Raum waren und sich niemand im Scheinwerferlicht von Michas Cam befand, der diesen Schatten hätte verursachen können

Kapelle:

-          Klar und deutlich zweifache Klopfgeräusche, die vor Ort keiner registriert hat

-          EVP, für uns nicht abschließend deutbar, wird zur Diskussion gestellt im Video

Türkensaal:

-          Sonja bewegt sich von ihrem Sitzplatz weg, weil sie sich plötzlich unwohl fühlt

-          Danach mehrfach Klopfen auf Ansage, Schritte

-          Klare EVP: „Ja, schau mal“

-          Diskussions-EVP

Ahnengalerie:

-          Steffi Ausschlag K2 15 mg

-          Im roten Saal EVP auf Steffis Frage „kannst du uns bitte sagen, wann du gestorben bist“ – „Nein“.

Ahnfraugrotte:

Keine Ergebnisse.

Türkensaal II (nur Männer):

Keine Ergebnisse.

Gerichtssaal (nur Frauen):

-          Viele persönliche Wahrnehmungen, die technisch nicht erfassbar waren

Bibliothek (nur Frauen):

-          EVP zur Diskussion

-          Wahrnehmungen vor Ort (Lichtverhältnisse im Raum, die sich ändern, Bewegungsmelder geht an) die nicht aufgezeichnet wurden

Grundsätzlich sei an dieser Stelle vermerkt, dass dieser Bericht nicht für sich in Anspruch nimmt, eine wissenschaftliche Grundlage darzustellen. Vielmehr handelt es sich um das schriftliche Festhalten wahrgenommener Emotionen und Erlebnisse vor Ort mit anschließendem Ergebnisvergleich.

Dokumentation:

Fazit:

Die Ergebnisse bestätigten zu einem großen Teil die Wahrnehmungen vor Ort. Obwohl es sicherlich noch weiterer und intensiver Untersuchungen bedarf, stellte sich Schloss Greillenstein schon jetzt als ein sehr interessanter Ort heraus. Den Ruf als eines der Spukreichsten Schlösser Niederösterreichs hat sich das Schloss durchaus verdient.

Das Ghosthunter Explorer Team bedankt sich bei Paranormal Wien für die großartige Zusammenarbeit und freut sich auf weitere gemeinsame Projekte in naher Zukunft. Insbesondere bedankt sich das Team bei Gräfin Elisabeth von Kuefstein und ihrer Familie, die diese Untersuchung erst ermöglicht hat.