Schloss Blankenburg

Schloss Blankenburg 20./21. Mai 2017

Die „Krone des Landes“ wurde im 11./12. Jahrhundert erbaut. Seit dieser Zeit wurde fast ununterbrochen gebaut, erneuert, erweitert und umgestaltet, bis ins 19. Jahrhundert hinein. 1546 kam es zu einer Katastrophe, als der kurz vor der Fertigstellung bereits bewohnte Ostflügel durch Brandstiftung zur Ruine wurde und die hochschwangere Gräfin Magdalene von Regenstein darin umkam. Die Sage berichtet, dass sie von Zeit zu Zeit als „weiße Frau“ durch das Schloss streift, auf der Suche nach einem Ausweg. Nach 1945 endete die glanzvolle Ära des bis dahin vom europäischen Hochadel besuchten Schlosses. Nach kurzer Zeit als Genesungsheim zog eine Konsum-Genossenschaftsschule ein, die die Gebäude für ihre Zwecke umbaute. Nach der Wende fand auch diese Nutzung ein Ende und ab 1991 stand das Schloss leer. Es erlitt das gleiche Schicksal wie zahllose andere sog. „Lost Places“: Durch Diebstahl und Vandalismus wurde die Bausubstanz so beschädigt, dass innerhalb weniger Jahre der Verfall einsetzte. Um 2005 herum konnte dieser endlich weitestgehend aufgehalten werden, als sich der Verein „Rettung Schloss Blankenburg e.V.“ gründete. Seitdem wurden bereits etliche Millionen zur Sicherung in das Gebäude investiert. Teile sind inzwischen wieder nutzbar, so gibt es u.a. einen Theatersaal und ein Standesamt auf dem Schloss.

Drei Mitglieder hießen das Ghosthunter Explorer-Team am späten Nachmittag willkommen. Bei der anschließenden Führung zunächst über das Gelände und dann durch die weitläufigen Keller bekam das Team einen ersten Eindruck von der immensen Größe der Anlage. Vieles präsentiert sich noch als Baustelle, doch im ersten Geschoss des Ostflügels befinden sich heute ein paar museumsgerecht eingerichtete Zimmer. Nichts davon stammt aus der prunkvollen Zeit des Schlosses, doch vermitteln die Möbelstücke einen guten Eindruck davon, wie es ausgesehen haben könnte. Bei der weiteren Führung lernte das Team neben dem Kaiser- und dem Wappensaal, der doppelstöckigen Kapelle und dem Standesamt und Theater im Neuen Flügel auch die Bereiche des Schlosses kennen, die dem gewöhnlichen Interessenten verborgen bleiben: Die ehemaligen Schlafräume der Schulkinder, die einstigen Versorgungseinrichtungen und natürlich zahllose leerstehende Räume.

Ein Vereinsmitglied, Schlossführer Frank Bauer, würde das Ghosthunter Explorer-Team den Abend über begleiten. Außerdem mit dabei war Dominik, ein Student aus Worms, der das Team  angefragt hatte, weil er ein Filmprojekt über Ghosthunter vorbereiten wollte. Im Anschluss an die Führungen durch das Objekt und nach den Interviews begannen Peps, Sonja, Micha und Chris mit den jeweiligen Aufbauten.

Schon während des Rundgangs kam es zu ersten Vorfällen: Sonja fühlte sich ein einer heute aus Brandschutzgründen vermauerten Flügeltür sehr unwohl. Peps glaubte eine Frau mit schwarzen Haaren aus den Augenwinkeln gesehen zu haben, die eine Treppe herunterging, ebenfalls im selben Bereich des Schlosses im Ostflügel. Im Neuen Flügel überkam sowohl Micha als auch Sonja plötzlich eine tiefe Traurigkeit, als sie von dem Standesamt in einen direkt daran anschließendes kleineres Durchgangszimmer wechselten.

Folgende Geräte kamen zum Einsatz:

2er DVR: Kapelle und Wappensaal

Dash-Cam und Sandpendel beim Kachelofen in der Nähe des Schlüsselzimmers

1er DVR: Prinzessinnenzimmer

HD-Cam: Richtung ehem. Verbindungstür zum Turmflügel

 

Movetest: vor dem angeblichen Zimmer der Maria Theresia

Während des ersten Sit-ins und der anschließenden Aktiv in den „Herzogsräumen“ wurden zweimal Schritte gehört (wobei abschließend nicht ausgeschlossen werden kann, dass es sich dabei um Geräusche im Burghof handelte). Es kam zu einem Energieaufbau, der sich bereits zu diesem Zeitpunkt auf den Flur bzw. die Richtung Anschluss Westflügel konzentrierte. Das Parascope zeigte eine Laufrichtung von der Doppeltür kommend in Richtung Kirchenflügel.

Bei der nachfolgenden PU im Jagdzimmer zeigten das Parascope sowohl von G.E.T. als auch das von PE Chris einen Ausschlag, der jeweils gegenteilig war: das Parascope zur Tür hin zeigte eine Präsenz an der Tür, das Parascope zum Fenster hin gleichzeitig eine Präsenz am Fenster. Chris‘ Parascope blieb anschließend auf „grün“ stehen und musste händisch ausgeschaltet werden. Als Micha während der PU den Raum verlassen wollte, um in den Flur zu sehen, wurde er von einer plötzlichen, sehr starken Präsenz daran gehindert. Er konnte sich nicht in Richtung des Flurs bewegen. Peps wurde sehr, sehr müde und Sonja zitterte im Jagdzimmer vor Kälte am ganzen Körper, obwohl die männlichen Anwesenden sich noch bequem im T-Shirt aufhalten konnten. Auch Peps fror und nach dem Verlassen des Raumes stellte Chris fest, dass sich aber die Haut der beiden Frauen normal temperiert anfühlte. Zudem sah Peps eine Gestalt oder etwas Ähnliches im Türrahmen.

Im Kaisersaal herrschte eine ganz andere, deutlich wärmere Atmosphäre. Gehört wurde ein dreimaliges Klopfen und Sonja hatte das Gefühl, dass sich jemand entweder im oder um den Kaisersaal herum bewegte.

Bei der anschließenden Pause gingen Peps und Sonja bereits vor in Richtung der Base, die in einem Aufenthaltsraum des Vereins im Erdgeschoss aufgebaut war, und unterhielten sich. Peps meinte, dass sie das bestimmte Gefühl habe, dass die Präsenz die sich immer wieder im Flur aufbaute, doch ganz offensichtlich etwas gegen Frauen habe. Sonja erwiderte daraufhin, dass sie das Gefühl habe, dass es sich allerdings um eine Frau handele. Im gleichen Augenblick prallten beide zurück, als sich die eben erwähnte Präsenz plötzlich genau vor ihnen auf der Treppe befand. Sie versuchten sofort, mit der Wesenheit via K2 Kontakt aufzunehmen (alle anderen Cams usw. waren im 1. Stockwerk verblieben), hatten allerdings keinen Erfolg – die Präsenz verflüchtigte sich augenblicklich, als PE Chris die Treppe herunterkam.

Es folgte zunächst die Kapelle nach der Pause, in der es zu keinen Besonderheiten kam. PE Chris hatte sich bereits zuvor in den gegenüberliegenden Neuen Flügel verabschiedet. Er wollte dort auf eigene Faust ermitteln.

Nach der wenig spannenden Kapelle entschloss man sich nun in Richtung jener Tür zu gehen, von der die Präsenz auszugehen schien. Bereits zuvor hatten alle Teammitglieder, insbesondere aber Sonja und Peps, enorme Schwierigkeiten gehabt, sich diesem Bereich zu nähern. Das Gefühl, nicht willkommen zu sein, war beinahe übermächtig. Dennoch platzierten sich alle in einem Raum vor der Tür, die, wie erwähnt, in jüngerer Zeit zugemauert wurde aus Brandschutzgründen. Ehemals führte sie in den Turmflügel. Zunächst blieb es ruhig. Doch plötzlich drehte Peps sich um und sah hinaus in Richtung Flur.

„Energieaufbau“, sagte sie.

Es dauerte nur wenige Sekunden, bis Sonja bemerkte. „Ja, und es wird kalt.“

Nahtlos im Anschluss schlug das Parascope an. Micha fror fast an seinem Platz fest, als er die Präsenz plötzlich direkt neben sich spürte. Er nahm ein deutliches, sehr unangenehmes Kribbeln wahr. Der Versuch, mit der Präsenz Kontakt aufzunehmen, führte zumindest nicht unmittelbar zu einem Erfolg. Alles Weitere wird die Auswertung zeigen. Nachdem sich die Energie ebenso plötzlich wie sie gekommen war wieder verflüchtigt hatte, bewegte man sich ein paar Zimmer weiter. Dort allerdings kam es zu keinen besonderen Vorkommnissen.

Auch das letzte Sit-in im Neuen Flügel, respektive dem Raum, der an das Standesamt anschließt, blieb erfolglos. Von der anfangs wahrgenommenen Traurigkeit war nichts mehr zu spüren.

Die Movetests blieben ergebnislos.

Sonstige Resultate:

Digitalfotos

-          Während der Aktiv in den ehem. Herzogsräumen (dort, wo sich dann die Präsenz gut mit dem Parascope messbar „zeigte“) entstand ein diskussionswürdiges Foto mit mindestens vier sog. „Orbs“, die den Raum zu betreten scheinen

-          In der Kapelle nahm Peps‘ Digitalkamera zudem ein weiteres Foto auf, das dem Team interessant erscheint

IR-Cam

-Jagdzimmer-

- Das Parascope ist aktiv. PE Chris fragt „Hallo, wer ist da?“ Es folgen deutlich hörbare Schritte. Niemand der im Raum Anwesenden hat sich zu diesem Zeitpunkt bewegt.

- Auf Michas Frage „Warst du das vorher im Gang?“ erfolgen erneut zwei Schritte. Peps schaut in die Richtung des Flurs, aus dem erneut die Schritte zu kommen scheinen.

-Bereich Herzogsräume-

- Erneute Schritte. Sonja hört ebenfalls ein Geräusch, kurz darauf hat Dominik ein Gleichgewichtsproblem, wie er selber sagte

- auf Aufforderung ertönt ein Klopfen

Die übrigen Überwachungssysteme blieben ergebnislos. Es wurden keine Stimmen o.ä. aufgezeichnet, die Geräusche vor Ort beschränkten sich auf Schritte und Klopfen.

Die Vermutung, das Parascope des G.E.T. könnte im Jagdzimmer evtl. durch statische Ladung von Peps‘ Jacke ausgelöst worden sein, konnte während der Auswertung widerlegt werden. Das Gerät reagierte überhaupt nicht auf die Jacke. Erst als schließlich ein Luftballon zur Hilfe genommen wurde und so mittels Reibung die erforderliche Aufladung erzeugt wurde, reagierte das Gerät – allerdings deutlich anders als während der Untersuchungen. Kaum war der Luftballon wieder verschwunden, blieben auch die Lichter des Parascope‘ aus. Im Bereich der Herzogsräume stand das Parascope auf dem Steinboden und hatte zu keinem der Anwesenden irgendeine Form des Kontakts. Daher schließt das Team auch dort eine natürliche Erklärung zu diesem Zeitpunkt aus.

Dokumentation:

Wir danken dem Verein zur Rettung von Schloss Blankenburg für die Möglichkeit, dieses herausragende Baudenkmal untersucht haben zu dürfen. Vielen Dank an Dominik, der seine Sache als quasi unser Schatten sehr gut gemacht hat. Viel Glück für dein Projekt! PE Chris – du warst wie immer fantastisch, wir freuen uns auf das Ghosthunter-Treffen und die nächste Zusammenarbeit in nicht allzu weiter Ferne ;).

Frank, vielen Dank für den leckeren Kaffee. Wir haben den Abend/die Nacht mit dir sehr genossen und würden uns über ein Wiedersehen freuen J!