Honberg Tuttlingen

PU Honberg Tuttllingen 01.06.2019

 

Das Team traf am späten Nachmittag auf der Ruine Honberg über Tuttlingen ein und wurde von deren Verwalter, Herrn Herbert Tiny, herzlich empfangen. Kompetent und amüsant berichtete der moderne „Burgvogt“ von der im Vergleich zu manch anderer Burg zwar kurzen, aber wechselhaften und kriegsbestimmten Geschichte der Festung, die heute eine Art Wiederauferstehung als überregional bekannter Veranstaltungsort für Open-Air-Festivals feiert. Sie ist die wohl späteste Festungsgründung in der Region: Erst um 1470  erbaut, diente sie niemals einem anderen Zweck als der Verteidigung des Landes. Besonders der Dreißigjährige Krieg setzte ihr und ihrer Umgebung schwer zu. Oft dem Untergang entkommen, wurde sie schließlich in die Tuttlinger Schlacht verwickelt. Vermutlich wurde sie Mitte des 17. Jahrhunderts zerstört, doch ihr eigentlicher Niedergang  sollte vor allem nach dem verheerenden Tuttlinger Stadtbrand und der Errichtung zahlreicher Bauhütten Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgen. Gerade noch ihrer Steine weitestgehend beraubt, wurde die Anlage im weiteren Verlauf desselben Jahrhunderts und im Zuge der überall einsetzenden Burgenromantik „wiederentdeckt“ und zwei der ehemals vier Rundtürme des einstigen und einzigen Haupt- und Wohngebäudes wurden (nicht originalgetreu) wieder hergestellt. Einer davon kann heute jeweils am letzten Samstag im Monat als Aussichtsturm bestiegen werden und bietet eine herrliche Rundumsicht.

Der Festungsruine ist die gründliche Zerstörung und die neue Nutzung als Veranstaltungsort deutlich anzusehen. Vom ehemaligen Festungsareal existieren nur noch die Überreste zweier Kanonentürme und Teile der Umfassungsmauer. Das „Wohnschloss“ des jeweiligen Vogtes zeigt ebenfalls noch Teile der Außenmauern und Reste der einstmals vier Türme. Während einer dieser Türme wie erwähnt heute als Aussichtsturm betreten werden kann, bleiben der „Kistenmännleturm“ und der rudimentär erhaltene Keller in der Regel geschlossen. Die Sage um das „Kistenmännle“ kann hier nachgelesen werden: http://www.honberg-tuttlingen.de/sagen.html.

Der Keller beherbergt heute technische Gerätschaften, die den Antennen diverser Mobilfunkanbieter geschuldet sind, die sich auf eben jenem „Kistenmännleturm“ befinden und den ansonsten nicht nutzbaren Haubenturm einer neuen Nutzung zugeführt haben. Für uns waren jener Turm und der Keller somit hinsichtlich dieser Voraussetzungen nicht (oder eben zu gut) messbar, zumindest für bestimmte Geräte. Dennoch wurden beide Bereiche mit in den Fokus genommen, was auch der Übersichtlichkeit der sicher abzusperrenden bzw. zu kontrollierenden Bereiche der Anlage geschuldet war. Die Außenbereiche der Ruine sind frei zugänglich; das „Wohnschloss“ wird zwar kontinuierlich Videoüberwacht, ist aber grundsätzlich auch durch zwei gegenüberliegende Tore zu betreten. An diesen beiden Toren wurden nun Akustik-Bewegungsmelder installiert, die mitten in der Nacht vor allem einen Mountainbike-Fahrer ordentlich erschreckten (sorry nochmals, wer auch immer du warst…), von den dahinter wartenden finsteren Gestalten der Ghosthunter vielleicht einmal ganz abgesehen. Die anwesende Party-Bier-Fraktion, die das Team dankenswerterweise auch in unregelmäßigen Abständen mit der bekannten Ghostbuster-Titelmelodie unterhielt, trägt wesentlich dazu bei, dass evtl. EVP umso kritischer beäugt bzw. gehört werden müssen. Trotzdem vielen Dank, ihr scheint zumindest grundlegend verstanden zu haben, was dort geplant war…

 

Folgende Geräte waren im Einsatz:

DVR: 4 Kameras in oder an beiden rekonstruierten Türmen

1 DVR-Cam im Keller

2 Rem-Pods (mobiler Einsatz)

Weitere IR-Cams und Audiogeräte

Parascope 360°

Movetest im "Kistenmännleturm"

Beim Team war außerdem eine Journalistin der Schwäbischen Zeitung.

Aufgrund der unübersichtlichen Situation vor Ort blieb Peps freiwillig immer an der Basis, die zwischen den beiden rekonstruierten Türmen aufgebaut war.

Die restlichen Teammitglieder begaben sich zunächst in den „Kistenmännleturm“. Mit Ausnahme von Sonja, die am unteren Wendeltreppenansatz blieb, waren alle anderen im obersten Geschoss des Turmes. Das Team hatte kaum die Plätze eingenommen, als der Rem-Pod im Innenbereich des ehem. „Wohnschlosses“ in unregelmäßigen Abständen auszuschlagen begann. Peps vermutete zunächst Insekten, der weitere Verlauf zeigte aber, dass der Rem-Pod ebenso plötzlich wie die Aktion begonnen hatte, auch wieder verstummte. Praktisch gleichzeitig mit dem Verstummen meldete sich das Parascope im Turm-Obergeschoss. Statt wie üblich mit einem roten Stäbchen, begann es dieses Mal mir grünem Licht und zeigte auch eine „Fortbewegung“ in zwei Richtungen gleichzeitig. (siehe Dokumentation)

 

Ebenfalls interessant ist ein lautes Poltern unmittelbar oberhalb von Sonja, im derzeit leeren Zwischengeschoss.

Als nächstes begab sich das Team an das andere Ende der Festung, in den Bereich in unmittelbarer Nähe der Artillerietürme. Bei der Vorbegehung hatte Sonja bereits das Gefühl gehabt, dass dort Aktivität sein könnte. Dies bestätigte sich recht schnell. Sonja vermeldete Schritte vom Appellplatz her, Celina sagte „da kommt etwas immer näher“ – und in direkter Folge meldete sich der Rem-Pod. Es kam zu einer kurzen Art Kommunikation mit Rem-Pod und später auch dem Parascope, eine gewisse Rolle spielte hier der Name „Finn“ oder „Fenn“.  Zudem fühlten alle einen starken Präsenzaufbau und/oder hatten das Gefühl, von der Mauer zwischen den Artillerietürmen aus beobachtet zu werden.

  

 Zurück im Bereich des Wohnschlosses gab es nach einem „Triggern“ erneut eine Reaktion vom Parascope. Hier wurde die Kinect, auf Sonja gerichtet, aufgebaut, mit dem Gedanken, dass die Cams aufzeichnen, wenn sich jemand Sonja nähert. Danach allerdings blieb es auffällig ruhig und auch ein erneuter Versuch im hinteren Bereich des Areals wurde nach kurzer Zeit erfolglos abgebrochen. Die Untersuchung endete somit gegen 02.00 Uhr morgens.

 

Dokumentation

 

Ergebnisse:
*Klopfgeräusch im Keller, welches nicht zugeordnet werden konnte (siehe Dokumentation)

*Diverse Geräusche im „Kistenmännle Turm“ die wir auch vor Ort wahr genommen haben und dokumentiert wurden (siehe Dokumentation)

*EVP im „Kistenmännle Turm“: Celina frägt ob die Person nochmals heraufkommen kann.. Darauf kam eine Antwort die wir als „HILF MIR“ gedeutet haben (Siehe Dokumentation)
* weitere EVP Aufzeichnungen, welche sich auf den Turm beziehen. (siehe Dokumentation)

* Parascope Ausschlag zeigte diverse Abläufe im „Kistenmännle Turm“, Appellplatz und kurzzeitig im Innenhof

* REM Pod Ausschläge im Innenhof bzw auf dem Appellplatz. Hier reagierte das Hilfsmittel sogar auf Ansage.

Das Ghosthunter Explorer-Team bedankt sich insbesondere bei Herbert Tiny für die Erlaubnis, die Festung Honberg untersuchen zu dürfen und die sehr interessante Vorstellung der Geschichte des Objektes.

Besonderer Dank gebührt auch Staab Kristina, der Journalistin der Schwäbischen Zeitung, die einen objektiven Bericht über unsere Arbeit veröffentlicht hat.