Burg Hohenfriedingen

Die Burg Hohenfriedingen, umgangssprachlich auch als Friedinger Schlössle bezeichnet, wurde zwischen 1170 und 1180 errichtet. 1499 erfolgte im Schweizer Krieg eine erste Zerstörung, gefolgt von einer weiteren im Dreißigjährigen Krieg 1647. Schon 1651 folgte der Wiederaufbau. Vermutlich weil die Burg gegen Ende des Zweiten Weltkriegs eine Einheit der Waffen-SS beherbergte, wurde 1945 die wertvolle Innenausstattung durch Franzosen zerstört. Heute ist die Burg ein beliebtes Ausflugsziel und bewirtschaftet. Im Rahmen der Öffnungszeiten ist der Innenhof der Anlage zugänglich.
 
            
 
Am Nachmittag traf das Team auf der Burg ein, die glücklicherweise als kurzfristiger Ersatz für eine ursprünglich geplante Außen-PU einspringen konnte. Das Ghosthunter Explorer-Team hatte diese Location bereits im Rahmen früherer „Ghosthunter-Nights“ zahlreiche Male untersucht. Es mag vielleicht den einen oder anderen geben, der jetzt denkt: „Und dann schon wieder?“ – Ganz klar: Ja! Zum einen besteht so die Möglichkeit auf vorangegangene Ergebnisse aufzubauen. Zum anderen ist eine PU immer eine Momentaufnahme und die Ergebnisse können somit entsprechend variieren. Hinzu kommt, dass viele Faktoren auch davon abhängig zu sein scheinen, wer vor Ort ist – Team A kann ganz andere Empfindungen/Ergebnisse erzielen als Team B. Und schließlich mögen auch noch die übrigen Begleitumstände eine Rolle spielen, z.B. Uhrzeit, Wetter…
Bei den vorherigen Untersuchungen war es zu akustischen Phänomenen gekommen (schwere Schritte, körperlose Stimmen), aber es hatte auch Berührungen gegeben (Spielereien mit Haaren, Gefühl des „Genickgriffs“ bei Peps).
 
 
 
Da der Untersuchungsort für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist (es handelt sich um das ehemalige Wohnhaus des Schlössles), konnte das Team den Aufbau entsprechend zeitig beginnen. Da es zudem aufgrund des Wetters schon bald keine Besucher des Restaurants mehr gab, begann die Untersuchung noch vor 20.00 Uhr.
 
Der Aufbau sah folgendermaßen aus:
DVR-System:
- „Gute Stube“ 1. OG
- „Gesellschaftssaal/Alkoven“ 2. OG
- „Jagdzimmer“ 2. OG
- Korridor 1. OG Richtung Treppe
Movetest 1: „Jagdzimmer“ 2. OG
Movetest 2: „Alkoven“ 2. OG
Movetest 3: Schlafzimmer, 2. OG
HD: Schlafzimmer 2. OG
Außerdem im Einsatz:
2 Rem-Pods, IR-Cams, Bewegungsmelder, Audiogeräte, Portal, Parascope, Kinect
 
          
Das erste Sit-in fand im „Gesellschaftssaal“ statt. Sunny berichtete von dem ständigen Gefühl, dass eine Frau auf dem Korridor hin und her gehe, als würde sie etwas suchen. Das Parascope meldete sich ebenfalls einmal und es wurden Schritte auf dem Dachboden gehört.
In der „Guten Stube“ im 1. Obergeschoss meldete sich erneut das Parascope, allerdings mit dem bereits bekannten Muster, sodass hier nicht ausgeschlossen werden kann, dass es sich vielleicht um eine Voreinstellung oder ähnliches handeln könnte.
          
Als sich alle Teammitglieder um die Treppe verteilten, die die verschiedenen Geschosse des Gebäudes verbindet, kam es zu einer interessanten Aneinanderreihung von Ereignissen: Es begann mit einem zweimaligen, deutlichen Knacken aus dem Erdgeschoss, gefolgt von einem deutlichen
dumpfen Geräusch (wie eine zufallende Tür) aus dem Obergeschoss und schließlich fiel der aufgebockte Portalkoffer plötzlich in sich zusammen. Ein Geräusch, das sich wie ein Knurren anhörte sowie vermeintliches Gekicher oder Gesang ebenfalls aus dem zweiten Obergeschoss rundete das Ereignis ab. Bezüglich des umgefallenen Portalkoffers testete Sunny sofort, ob es sich schlicht um einen Zufall gehandelt hatte, jedoch ließ sich der Vorgang nicht wiederholen, so sehr sie sich auch hüpfender- und springenderweise anstrengte.
Bei der Überspielung von Sonjas Daten im Erdgeschoss waren dann nochmals zwei deutliche Schritte aus dem ersten Obergeschoss zu hören, obwohl sich niemand vom Team oben aufhielt.
  
Sonja musste die PU aus privaten Gründen früher verlassen. Sunny, Peps und Micha begaben sich in einen der Wohnräume. Hier meldete sich nochmals das Parascope.
Im Gesellschaftssaal kam dann auch noch einmal das Portal zum Einsatz. Der Rem-Pod meldete sich mehrfach, allerdings extrem kurz. Zudem ertönte ein Geräusch, das sich wie ein zweimaliges Klopfen anhörte.
      
Gegen Mitternacht war die PU dann beendet.
Dokumentation
 
 
Ergebnisse:
Diverse EVP (Electronic Voice Phenomena):
- Aufnahme, die sich nach einem spielenden Kind anhört, mit anschließenden Schritten (als würde jemand kommen und nach dem Kind sehen)
- Als Antwort auf Sunnys Frage „Soll ich nicht runtergehen?“ – „Nein, geh nicht.“
- Schritt/Stampfen nach Aufforderung
- Weibliche Stimme („hmmmm“)
- Knurrähnliches Geräusch im Verlauf der „Koffer-Situation“
- EVP „Ich kann nimmer/nicht mehr“
- Dreimaliges Klopfen wie gegen Glas
- Portal: Auf die Frage „Wie viele Personen sehen Sie in diesem Raum?“ – „Drei.“
- EVP „Prima“
- EVP „Hilfe bitte“ (Stimmfarbe erinnert an Sunny, doch macht diese Äußerung von ihr selbst situationsbezogen überhaupt keinen Sinn)
- Bewegungsgeräusche, so als wäre jemand geschäftig. Erinnert ein wenig an Staubwischen, als würde jemand dabei Gegenstände anheben und wieder abstellen
- Portal: Nach der Ankündigung des Endes der Aktiv-Sitzung männliche Stimme: „Gut“, weibliche Stimme „Geht nach Hause“
- EVP: „Peps setzen“ (allerdings ist das Team zu diesem Zeitpunkt nicht anwesend)
- Micha kommentiert, dass er schlecht Luft bekäme. Stimme antwortet mit „hey“ oder „oh“
- EVP „T’schuldigung“
- Portal: Aufforderung, „Nennen Sie einen Namen.“ – „Sunny“ oder auch „darf nicht“
- Portal scheinbar ohne Zusammenhang: „Hallo, ich bin allein“ – „Geh weg“
- Portal: Sunny fragt, ob jemand anwesend ist, der damals hier gelebt habe. Die Antwort ist unverständlich
- EVP mit undefinierbarem Geräusch
Das Ghosthunter Explorer-Team bedankt sich bei der „Burgherrin“ bzw. Pächterin der Burg Hohenfriedingen insbesondere für die sehr kurzfristige Erlaubnis. Über weitere gemeinsame Projekte würden wir uns freuen.