Burgstüble Schramberg

Burgstüble auf der Burgruine Hohenschramberg

  

Burgstüble und Burgruine Hohenschramberg

In nahezu einzigartiger Lage liegt hoch über der Fünftälerstadt Schramberg die ehemalige Pension Burgstüble. Das inzwischen als Gruppenhaus betriebene Objekt liegt innerhalb des Areals der Burgruine Hohenschramberg und bietet eine fantastische Aussicht kombiniert mit dem ursprünglichen Zauber, den eine Burgruine ausübt. Bei dieser speziellen Burg handelt es sich um die mit Abstand größte Anlage der Umgebung. Vermutlich anstelle einer Vorgängeranlage erbaute der berüchtigte Raubritter Hans von Rechberg im 15. Jahrhundert eine wahrlich starke Festung. Hans von Rechberg ließ keine Fehde und keinen Krieg aus, war entsprechend gefürchtet und geächtet und fand allerdings letztlich einen eher tragisch-komischen Tod: Auf der Rückkehr von einem seiner Raubzüge schoss ein Bauer in einem Hohlweg einen Pfeil auf ihn ab. Dieser verhakte sich dergestalt in seinem Harnisch, dass er den Ritter beim Abstieg vom Pferd schließlich durchbohrte. Obwohl man ihn sofort nach Villingen schaffte, verstarb er dort innerhalb von drei Tagen[1]. Seine Burg fand in der Folgezeit diverse andere Besitzer; einer davon, (Vorname? Rochus?) Merz, verhalf der Anlage zu der heutigen Sage und vielleicht auch Spukerscheinung: Er setzte einen Rottweiler Bürger namens Käfer in einem Turm gefangen, wo er ihn – scheinbar grundlos – elendig verhungern ließ. Der Käferlesturm ist als Ruine erhalten; in seiner mittelbaren Umgebung wurde in der Neuzeit mindestens zweimal eine weißliche Gestalt gesehen, die als eben jener Unglückliche gedeutet wird. Die Burg wurde weiter ausgebaut und befestigt und hielt auch den modernen Feuerwaffen lange stand – bis der berühmte Konrad Widerholt sie schließlich 1633 doch einnahm und schwer beschädigte. Nach dem Wiederaufbau trotzte sie den historischen Gegebenheiten für weitere 56 Jahre. Doch im Verlauf des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurde sie 1689 in Brand gesetzt, nachdem die Franzosen Schramberger Bürger gezwungen hatte, alles brennbare Gut auf die Burg zu schaffen. Sie brannte vier Tage lang, ist aber noch heute in ihrem ruinösen Zustand eine eindrucksvolle Anlage.

Das Burgstüble steht anstelle der ehemaligen Viehställe. Das genaue Erbauungsdatum ist nicht bekannt (???). Der Vorbesitzer, ein Vollblut-Gastronom, erlitt in dem Haus drei Tage nach dem Tod seiner Frau einen Herzinfarkt, den er nicht überlebte. Bereits er soll bestätigt haben, dass „es da etwas gibt“. Auch die jetzigen Besitzer haben ihre eigenen Erfahrungen gemacht: Mausefallen, die an anderer Stelle wieder auftauchen als sie abgestellt wurden (aber unverändert was den Käse betrifft), ein angebrochener Beutel Schokoladenbonbons der sogar vollständig verschwand und nie wieder auftauchte, das ständige Gefühl, nicht alleine zu sein. Angemerkt werden muss hier, dass beide Frauen dieses Gefühl überhaupt nicht als negativ empfanden. Vielmehr fühlten sie sich sehr beschützt und waren entsprechend der Meinung, dass vielleicht der Vorbesitzer noch anwesend sei. Eine der beiden Frauen hatte auch den „Burggeist“ mit eigenen Augen gesehen. Nachdem sie erstmals mit ihm Bekanntschaft gemacht hatte, als sie vier junge Leute auf der Burg antrafen und nach einem Foto gefragt hatten, dass in einem der Türme gemacht worden war und eine Gestalt mit ausgetreckten Armen zeigte, sah sie diese Erscheinung eines Tages schließlich selbst.

[1] Hier gibt es eine interessante Parallele in die Neuzeit (sofern die Geschichte stimmt): Der Vorbesitzer des Burgstüble verstarb drei Tage nach seiner Frau an einem HerzinfarktDieses Mal hielt sich die vermutliche Wesenheit neben dem Burgstüble auf, stand dort eine Weile und verschwand als ein Auto in den Hof fuhr.

Beide Frauen würden sich eher als rational beschreiben und hatten ansonsten noch keine Berührungspunkte mit dem Paranormalen. Die einzig als „negativ“ zu umschreibende Energie scheint sich auf der Burg selbst zu befinden: Dort berichtete ein Kumpel von Annettes Sohn, er habe das Gefühl gehabt, jemand wolle ihn „über die Mauer [in den Abgrund] ziehen“.

 

Begleitet wurde das Ghosthunter Explorer-Team dieses Mal von unserer Gastermittlerin Marisa und ihrem Freund Amir sowie von Celina und ihrem Freund Felix. Nach der abenteuerlichen Auffahrt auf den Burgberg erkundete das Team zunächst die Ruine. Es stellte sich schnell heraus, dass eine Untersuchung auf der Burg selbst praktisch unmöglich sein würde: Die nicht geräumte Anlage war durch Schnee und Eis an vielen Stellen unpassierbar. Nach der Erstbegehung wurde das Team sehr herzlich von Annette und Edith empfangen. Bei der Führung durch das Haus konnte relativ schnell von allen festgelegt werden, wo welche Gerätschaft aufgebaut werden sollte. Folgende Technik kam zum Einsatz:

Kellerraum: Movetest ohne Cam

Gastraum: Ouija Board mit HD Cam Überwachung sowie DVR System Überwachung des Gastraums

Gastraum: Am Kachelofen ---Murmeln

1 Stockwerk: IR Cam mit Lasergrit

2 Stockwerk: HD Cam Überwachung / Amir

Noch während des Aufbaus kam es zu einem Vorfall: Sonja befand sich hinter dem Kachelofen in der Gaststube, Amir schräg daneben. Beide waren von dem Ofen bzw. der auf ihm befindlichen Zusatzleuchte mindestens ein Meter entfernt. Diese Leuchte flog plötzlich in hohem Bogen durch die Luft und auf den Boden. Leider liefen zu diesem Zeitpunkt noch keine Kameras.

Die erste Untersuchung fand dann im 2. Obergeschoss im Wintergarten statt. Der obere Bereich war früher die Wohnung von den Vorbesitzern. Sonja berichtete, dass sie auf der Treppe nach oben von jemandem berührt worden war; ansonsten kam es zu keinen besonderen Vorkommnissen.

Als Nächstes begab sich das Team trotz Schnee & Eis nach draußen, um den Käferlesturm zumindest ansatzweise zu untersuchen. Der Kälte wegen blieb es bei einem wirklich rudimentären Einsatz, der kein Ergebnis brachte. Wahrscheinlich ist in solchen Situationen auch der eigene Körper einfach viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, sodass eine andere Form der Wahrnehmung nur sehr geringfügig oder gar nicht möglich ist. Trotzdem wollten alle noch den vermuteten Bereich aufsuchen, wo vermutlich der Kumpel des Sohnes von Annette sein Erlebnis gehabt hatte. Sowohl Peps als auch Sonja und Celina berichteten von plötzlicher Übelkeit an einer bestimmten Stelle; tatsächlich empfand auch Sonja, dass zumindest kurzzeitig eine signifikant andere Präsenz als im Burgstüble spürbar war. Obwohl alle die Burg gerne genauer untersucht hätten, entschloss man sich, wieder ins Warme zu gehen. Das Team hofft, die Burg zu einem anderen (wärmeren) Zeitpunkt nochmals genauer in Augenschein nehmen zu können.

 

Als Nächstes kam der Gastraum an die Reihe. Der erste Bereich, nennen wir es der Einfachheit halber einmal lapidar „hinter dem Kachelofen“, offenbarte keine besonderen Vorfälle, doch berichtete die die ganze Zeit im vorderen Bereich, beim Stammtisch, anwesende Edith, jemand habe ihr an die Haare gefasst. Außerdem stellten alle einen Geruch nach frischgebackenem Kuchen fest (siehe Dokumentation), Peps erwähnte Schwindel und Celina Schmerzen in der linken Brust.

 

Im Treppenbereich des 1. Obergeschosses kam es hernach kurzzeitig zu einem Energieaufbau. Peps hatte das Gefühl, dass sie von etwas an der Schulter unsanft berührt wurde, fast eine Art anrempeln. Marisa spürte eine Art Komik in der Luft, eine schwäbische Gemütlichkeit, die Peps auch bestätigte. Zudem berichtete Marisa zu einem Zeitpunkt, dass ihr auf der linken Seite plötzlich außerordentlich kalt wurde. Die Frage nach dem Herzinfarkt des Vorbesitzers änderte die Stimmung kurzzeitig merklich, es kam aber zu keinen technischen Ergebnissen.

Nach einem Seitenwechsel an den Stammtisch unten im Gastraum bzw. an den benachbarten Tisch kam es dann aber sehr schnell zu mehreren Ereignissen: Zum einen wurde auch Micha an den Haaren angefasst, zum anderen reagierte, als Sonja die Burggeschichte erzählte und dabei das Wort „Gerichtsbarkeit“ bzw. den Namen des „Delinquenten“ (Käfer) erwähnte, plötzlich das Parascope. Die Wesenheit schien eine langsame Runde zu drehen und folgte schließlich Sonjas Aufforderung, in ihre Richtung zu kommen um dann zu verschwinden. Extrem auffällig, weil praktisch nie zuvor beobachtet: Mit dem Parascope schlugen auch das K2 und das Minipocket an. Micha nahm einen Schatten an der Tür in den Flur nach draußen wahr. Das Parascope schlug im weiteren Verlauf nochmals aus (siehe Dokumentation).

Die anschließende Geschlechterspezifische Teilung führte dazu, dass die Frauen im Gastraum blieben, während sich die Männer noch einmal in den zweiten Stock und in ein dortiges Zimmer (Nr. 12) begaben. Während es im Gastraum zu keinem besonderen Ereignis kam, berichtete Amir, dass einmal das Bett hinter ihm sehr laut geknackt habe. Zudem schien etwas an das Fenster zu klopfen, wobei nicht auszuschließen ist, dass es dafür eine natürliche Erklärung gibt (beispielsweise vom Wind fortgetragene feste Schneeteile). Als Micha aufforderte sich doch im Flur bemerkbar zu machen, hörten alle drei ein klares und deutliches Geräusch aus dem Flur, das sich anhörte, als ob jemand gegen die dort positionierte Plastikkiste getreten hätte. Im Bereich des Wintergartens nahmen alle eine Art Flimmern wahr, das vorher schon bei der ersten Sitzung Sonja irritiert hatte, für die es wirkte, als würde es brennen.

Als sich alle wieder zusammengefunden hatten, meldete sich das Parascope noch zwei weitere Male.

Auffällig war, dass das Parascope an diesem Abend extrem auf Reibung reagierte bzw. auf statische Aufladung von Kleidung etc. Vielleicht lag es an der warmen Heizungsluft? Bei den beschriebenen Situationen mit dem Parascope kann zwar ein Zusammenhang mit statischer Aufladung ausgeschlossen werden, da sich alle weit genug vom Gerät entfernt befanden, doch sei hier der Ordnung halber einmal diese Beobachtung vermerkt. Das Ghosthunter Explorer-Team hatte ja schon einmal Tests durchgeführt, bei denen allerdings die Reibung bei weitem nicht zu derartigen Reaktionen des Geräts führte wie an jenem Abend.

Dokumentation

 

Ergebnisse:

  • Bei der DVR-Cam im Gastraum sind zwei Anomalien zu sehen; die eine taucht unmittelbar bevor Sonja anfängt zu triggern auf, die andere kurz nach Beginn – eine natürliche Ursache, z.B. ein Insekt, kann hier nicht ausgeschlossen werden, da die zeitliche Kausalität interessant ist, hat das G.E.Team sich entschieden, die Sequenz in  die Ergebnisaufnahme mit einfließen zu lassen
  • Im Dachgeschoss bzw. 2 OG kam es zu einer Aneinanderreihung ungewöhnlicher Geräusche. Zunächst nahm Felix ein hörbares Geräusch am Dachfenster wahr (hier können Schnee- oder Eispartikel aber nicht ausgeschlossen werden), dann ertönte ein Geräusch, das sich vor Ort so anhörte, als ob jemand 2 x auf Plastik geklopft hätte. Bei der Auswertung allerdings hörte sich das Geräusch eher nach einer Tür an, die ins Schloss fällt.
  • Am gleichen Ort wurde zweimal hintereinander ein weiteres Geräusch aufgezeichnet, das für lebhafte Diskussionen sorgte. Das erste Mal klingt es dumpf und tief, beim zweiten Mal extrem hoch und hell, als würde jemand zwei Münzen aufeinander schlagen oder zwei Schlüssel an einem Schlüsselbund
  • Auf einem Foto, im Gastraum entstanden, ist eine doch eher ungewöhnliche Anomalie zu sehen, auf einem weiteren Foto (im OG entstanden) eine weitere Anomalie; für beide Anomalien hat das G.E.T. derzeit keine Erklärung – Vorschläge sind wie immer willkommen!

Das Ghosthunter Explorer-Team bedankt sich für die außergewöhnliche, herzliche Gastfreundschaft im Burgstüble und dafür, diesen wunderbaren Ort untersucht haben zu dürfen. Vielen Dank auch an unsere Gastermittler Marisa, Amir und Felix – es war sicher nicht das letzte Mal, dass sie dabei waren!