Burg Frankenstein

Bericht Gemeinschafts-PU Burg Frankenstein: G.E.T. und P.F.O (Paranormales Foschungsteam Ostfriesland)

 

22.04. – 24.04.2016, PU am 23.04.2016

Gegen 16 Uhr erreichten wir an einem leider tendenziell eher verregneten Samstag eine der bekanntesten Burgruinen Deutschlands. Die Burg mit dem prägnanten Namen ist international für die Austragung eines gigantischen Halloween-Spektakels bekannt. Ihre Mauern sind umwoben mit der faszinierenden Düsterheit älterer und neuerer Sagen. Dabei geht es natürlich um das gleichnamige Monster, als auch um einen verrückten Wissenschaftler, der angeblich als Vorbild für dessen Erschaffer gilt.

Der Frankenstein ist heute eher eine gut durchdachte Marketingmaschine, die sich auf die fantasievollen Erzählungen eines Heimatforschers beruft, der bereits falsch überlieferten vermeintlichen Tatsachen mit erstaunlicher Kontinuität verbreitet. Die Erfinderin des „Frankenstein“, Mary Shelley, hat die Burg mit an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit nie besucht. Sie hat vermutlich nicht einmal etwas von ihrer Existenz geahnt, damals, als sie den Rhein hinunter schipperte. Und so verwundert es vielleicht auch nicht, dass in ihrer Erzählung nirgends eine Burg erwähnt wird. Johann Konrad Dippel ist eine historisch verbürgte Persönlichkeit, ein Arzt, Alchimist und Wissenschaftler, dessen Verbindung zum Frankenstein darin besteht, dass er dort geboren wurde. Allerdings kehrte er als Erwachsener nie auf die Burg zurück und die vermeintliche versehentliche Sprengung eines Turmes kränkelt schon aufgrund der Tatsache, dass weiland Nitroglyzerin noch nicht einmal erfunden war.

Was also bleibt vom Mythos Frankenstein? Die historisch belegbaren Tatsachen lesen sich wenig spektakulär: Vermutlich im 10. Jahrhundert entstanden, die erste urkundliche Erwähnung der Burg fällt aber ins 13. Jahrhundert. Sie war nie in kriegerische Auseinandersetzungen verstrickt, sondern fristete ein eher unspektakuläres, friedvolles Dasein. Nachdem die Frankensteiner die Anlage 1662 an Hessen verkauft hatten, setzte der Verfall der Burg ein. Nach einer kurzweiligen Nutzung als Flüchtlingsheim und Invalidenanstalt besiegelte Mitte des 18. Jahrhunderts die geldgierige Frau des Burgverwalters das finale Schicksal, indem sie alles, was zu Geld zu machen war, verkaufte. Die Anlage verfiel endgültig und wurde erst im Rahmen der Burgenromantik des 19. Jahrhunderts historisch sehr ungenau teilweise wieder aufgebaut.

 

Erwartete uns also eine eher uninteressante, wenig aufregende Untersuchung?

Die Burg sollte uns eines Besseren belehren.

Gegen 17:00 Uhr begannen wir nach der ersten Begehung mit dem Aufbau. Als Basisstation wurde die Kapelle festgelegt, wobei sie gleichzeitig aber in die Untersuchungen mit einbezogen wurde.

1.       Kapelle: Movetest u.a. mit Bibel und einem Becher Wein. Die ursprünglich angedachte DFÜ-Kamera verweigerte leider aufgrund eines Materialfehlers ihren Dienst. Somit wurde nur mit der Webcam aufgezeichnet, die den Movetest und einen Teil der Kapelle überwachte.

2.       In der ehemaligen Burgküche stand die Basisstation des DVRs. Eine Kamera war auf die Küche selbst gerichtet; dort hatte auf einer nachgebauten Streckbank auch der Substanzenmovetest seinen Platz gefunden. Die zweite DVR-Kamera platzierten wir

3.       vor dem Eingang zum Turm. Sie überwachte den mutmaßlichen Wehrgang.

4.       Diktiergeräte, Digitalkameras und Messgeräte waren in ständigem Einsatz.

 

   

              Movetest Burgküche                          Pascal (PFO) justiert unsere DVR-Kamera auf

                                                                                      dem „Wehrgang“

 

 

               Movetest Kapelle                                                Kapelleninneres                                            

 

Schwierigkeiten

Da die Burg öffentlich zugänglich ist, konnten wir den Aufbau zunächst nur in den abschließbaren Räumen vollziehen. Der Publikumsverkehr und das Restaurant stellten auch im weiteren Verlauf der Untersuchung eine nicht zu unterschätzende Störquelle dar. Da das Wetter aufklarte, kam es zu einer erhöhten Besucherfrequenz am Abend. Insbesondere die Diktiergeräte in der Kapelle zeichneten somit in erster Linie höchst menschliche Stimmphänomene auf. Für uns bedeutete dies außerdem, dass wir beständig auf der Hut vor etwaigen Eindringlingen in die Ruine sein mussten.

Im Burghof, links der Eingang zur Burgküche

Kurz nach uns traf ein studentisches Filmteam aus Stuttgart ein, das uns für eine Abschlussarbeit die ganze Nacht begleiten würde (Sebastian, Jasmin und Rebecca).

Besprechung vor der Kapelle

Nachdem wir mit Sebastian Gerlach, dem Eventmanager des Restaurants, der uns den Besuch freundlicherweise ermöglichte, ein Interview geführt und uns nach dem Aufbau nochmals gestärkt hatten, begaben wir uns in die Burg.

Andre, Micha, Peps und Melanie (von links)

In der Kapelle teilten wir uns aufgrund der Teilnehmerstärke zunächst in zwei Teams auf. Team 2, bestehend aus Peps, Melanie, Jonas, Sabine und Andre begaben sich zunächst in die Burgküche.

 

Micha, Sonja, Pascal, Iwy und Andreas (Team 1) blieben zunächst in der Kapelle. Dort konnte ein Temperaturabfall von 11,3 auf 9,1°C festgestellt werden, zudem gab es EMF-Ausschläge bis zu 20 mg. Gegen 22:51 Uhr endete die aktive Sitzung und es ging weiter Richtung Kernburg.

 

Sabine von Team 2 berichtete von einem plötzlichen Kälteempfinden. Alle Anwesenden hatten das Gefühl, das etwas Energie ziehen würde. Plötzlich fühlten sich alle sehr ausgelaugt. Zu beschreiben war es, als hielte sich etwas im Hintergrund auf, allerdings sehr verhalten. Live waren Schritte zu hören, die auf der Aufnahme ebenfalls verzeichnet sind.

 

Im Kartoffelkeller in der Kernburg gab es keine Auffälligkeiten bei Team 1.

 

In der anschließend anvisierten Burgküche fiel die Dashcam plötzlich aus, obwohl die Batterie noch halb voll war. Ein Temperaturabfall von 2°C wurde ebenso festgestellt wie ein leichter K2 Ausschlag von 15 mg. Sonja hörte außerdem ein leichtes Klopfen, eher ein Kratzen, am Fenster und führte dies zunächst auf Äste von außenhalb zurück. Jedoch zeigte eine Überprüfung, dass an dieser Stelle keine Äste waren.

Von Team 2 hörte jemand Schritte. Die Temperatur blieb konstant bei 9,1 Grad.

Blick in die Burgküche

Im wiederaufgebauten Turm wurde das 1.und 2. OG untersucht: im 2. OG berichtete Iwy zunächst von Beklemmung und Übelkeit, schließlich sackten ihr die Beine weg. Iwy gab an, dass sie einen sicheren Stand gehabt und das Gefühl hätte, jemand hätte versucht ihr das rechte Bein wegzuziehen.(siehe Dokumentation)  Auch Sabine berichtete an gleicher Stelle vor dem Fenster von Unwohlsein. Eine Schattensichtung an der Treppe konnte nicht bestätigt werden. Zwei Personen nahmen Brandgeruch im obersten Stockwerk wahr. Der Melmeter wies einen konstanten Ausschlag auf – zu erwähnen ist hier der gegenüber der Burg auf einem Berg stehende Funkmast.  

 

Überdachtes UG des Turms bei einer Brunnenkopie: keine Auffälligkeiten bei Team 2.

Bereits bei der Erstbegehung hatte ein Bereich im Außenbezirk der Burg unsere Aufmerksamkeit erregt. Nach der Wiedervereinigung beider Teams begaben sich alle an diesen Ort. Das ehemalige Vorwerk der Burg ist heute verschlossen. Man erreicht das turmartige Gemäuer nur über einen Trampelpfad außerhalb der Kernanlage. Gegenüber des Vorwerkes befindet sich eine ebenfalls verschlossene schmiedeeiserne Pforte. Diese Pforte sollte bei der letzten Untersuchung in dieser Nacht einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Um die Anderen vor dem Vorwerk zu filmen, stellte sich zunächst Peps vor dieses Gatter. Fast augenblicklich berichtete sie, dass sie etwas sehr starkes wahrnehme. Nacheinander stellten sich Micha, Sonja, Andre und Sabine an dieselbe Stelle – und berichteten jeweils, dass etwas versuche, sie nach links zu ziehen. Andre berichtete, er hätte das Gefühl, als wäre sein Arm einbandagiert und als würde jemand daran hängen. Außerdem schmerzte Micha das Genick, Sabine erwähnte Schmerzen an den Oberarmen und Sonja am gesamten Schultergürtelbereich. Alle berichteten von Atemnot. Andre bemerkte zudem mit Peps einen merkwürdigen Geruch, der sich nicht definieren ließ. Obwohl Andre sich umdrehte und so den rechten Arm linksgewandt hielt, blieb der Druck auf dem linken Arm unverändert bestehen. Links neben der Pforte befindet sich ein Abhang mit Gestrüpp. War vielleicht einst jemand von der Mauer gefallen?

Peps und Sonja beschlossen, der Sache noch weiter auf den Grund zu gehen. Zu zweit begaben sie sich von der anderen, inneren Seite an das Gatter. Schon beim Näherkommen nahmen beide eine extrem starke Energie war. Etwas befand sich unmittelbar bei ihnen, berührte sie, versuchte Peps nach links zu ziehen. Sonja empfand Schläge in den Rücken, zupfen, erneut starken Druck auf den Schultergürtel. Peps bat die Präsenz, sich visuell bemerkbar zu machen. Die Infrarot-Taschenlampe von Sonja begann augenblicklich in beinahe regelmäßigen Abständen zu blinken, einem Morsezeichen gleich. Zunächst glaubte Sonja, dass der Akku leer wäre. Ein Test am nächsten Tag ergab aber keine Auffälligkeiten; die Lampe brannte wieder, als sei nichts geschehen.

Schließlich wandten sie Peps und Sonja, auch aus zeittechnischen Gründen, wieder ab um zu gehen. Doch die Präsenz folgte ihnen und attackierte sie mehrfach: Einmal sprang sie dabei Peps von der Seite an. Auch Sonja hatte das Gefühl, dass sie etwas unbedingt zurückhalten wollte. Erst kurz vor dem Torturm änderte sich die Atmosphäre wieder deutlich und beide konnten die Burg verlassen.

Unmittelbar nach diesen sehr eindrücklichen Erlebnissen begann der Abbau.

Dokumentation

Ergebnisse

Die Movetests Kapelle und Burgküche ergaben keine Auffälligkeiten.

Selbiges gilt für die Fotos mit der EOS700D sowie die Aufnahmen der Infrarotkamera.

Die Gruppenstärke und der Publikumsverkehr beeinflussten natürlich auch die Audioaufnahmen. Außer den auch live wahrgenommenen Schritten bei dem Sit-in in der Burgküche wurden keine weiteren verwertbaren EVPs festgestellt.

Fazit

Die erlebten Eindrücke vor Ort und die persönlichen Wahrnehmungen der einzelnen Teilnehmer überwiegten in diesem Fall. Burg Frankenstein hat überzeugt, wenn auch auf eine andere Weise, die wissenschaftlich zumindest momentan nicht greifbar ist.

Wir danken allen Mitgliedern der PFO für eine besonders gelungene, harmonische und auch witzige Zeit und Untersuchung. Wir danken auch Sebastian Gerhard von der Burg Frankenstein für seine Unterstützung und freuen uns auf ein Wiedersehen.